Die Krankensalbung ist eines der sieben Sakramente, eingesetzt von Christus zur geistlichen und manchmal auch leiblichen Heilung derer, die schwer krank oder durch das Alter geschwächt sind. Früher als Letzte Ölung bezeichnet, stellte das Zweite Vatikanische Konzil ihre umfassendere Bestimmung für alle wieder her, die mit schwerer Krankheit konfrontiert sind.
Der Katechismus lehrt: „Sobald einer der Gläubigen beginnt, wegen Krankheit oder Altersschwäche in Todesgefahr zu schweben, ist die geeignete Zeit für den Empfang dieses Sakramentes sicher schon gekommen“ (KKK 1514).
Markus 6,13 berichtet: „Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.“ Jakobus 5,14-15 gibt den deutlichsten Auftrag: „Ist einer unter euch krank? Er rufe die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen über ihm beten und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben.“
Jeder getaufte Katholik, der das Vernunftalter erreicht hat und aufgrund von Krankheit oder Altersschwäche in Todesgefahr schwebt, kann das Sakrament empfangen. Es kann so oft wie nötig empfangen werden — bei jeder neuen schweren Erkrankung oder Verschlechterung des Zustands.
Der Priester legt dem Kranken die Hände auf den Kopf, segnet das Öl und salbt Stirn und Hände mit den Worten: „Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes.“
Warte nicht bis zum letzten Moment. Rufe den Pfarrer deiner Gemeinde bei schwerer Krankheit, vor einer Operation oder bei fortgeschrittener Gebrechlichkeit. Die Kirche ermutigt die Familie, sich zu dieser gemeinschaftlichen Feier des Glaubens und der Hoffnung zu versammeln.
Wenn es möglich ist, solltest du vorher beichten, denn das Sakrament der Versöhnung schenkt dir die Vergebung der Sünden. Bei akuter Lebensgefahr genügt jedoch ein Akt der Reue. Die Salbung selbst tilgt dann die Sünden, wenn du nicht mehr beichten kannst. Ein Priester wird dich dabei gut begleiten.
Ja, selbstverständlich. Der Priester kommt zu dir nach Hause, ins Krankenhaus oder ins Pflegeheim. Du musst nicht in die Kirche. Rufe einfach in deiner Pfarrei an und schildere die Lage. In dringenden Fällen kommt ein Priester auch nachts oder am Wochenende. Die Kirche will dir in dieser Zeit nahe sein.
Ja, das ist erlaubt und sogar üblich. Wenn der Kranke zuvor um das Sakrament gebeten hat oder sein Leben lang gläubig war, darf der Priester ihn auch im bewusstlosen Zustand salben. Er spendet es dann unter der Bedingung, dass der Betreffende es gewollt hätte. Sprich offen mit dem Priester über die Situation.
Nein, das Sakrament versagt nie. Seine erste Wirkung ist geistliche Stärkung: Friede, Mut, Geduld und die Vereinigung mit Christus im Leiden. Leibliche Heilung kann geschehen, muss aber nicht. Gott gibt, was dir wirklich zum Heil dient. Auch im Sterben begleitet dich dieses Sakrament mit Trost und Hoffnung.
Ja, du darfst und sollst sie so oft empfangen, wie es nötig ist. Bei jeder neuen schweren Erkrankung oder wenn sich dein Zustand deutlich verschlechtert, kann der Priester dich erneut salben. Auch vor einer gefährlichen Operation ist das sinnvoll. Zögere nicht, darum zu bitten. Die Gnade Gottes ist nicht begrenzt.
Komm zur täglichen heiligen Messe und bete um Heilung von Leib, Seele und Geist.
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