Der Bestatter legt Ihnen ein Formular hin und fragt, ob eine Messe gewünscht ist. Vielleicht sitzen Sie im Büro des Pfarrhauses und wissen nicht, was in den nächsten Tagen auf Sie zukommt. Vielleicht gehen Sie zum ersten Mal seit Jahren wieder in eine Kirche, weil ein Elternteil gestorben ist.
Hier steht, was bei einer katholischen Begräbnisfeier geschieht: die Stationen, die Personen, die mitwirken, und die Handgriffe, die Sie selbst tun können. Dazu, was ein kirchliches Begräbnis kostet und was nicht.
Niemand verlangt von Ihnen, dass Sie in diesen Tagen fromme Sätze sagen. Sie müssen nur wissen, wann Sie wo sein sollen und was dort passiert. Danach können Sie entscheiden, was Sie selbst beitragen möchten.
Die Begräbnisfeier der katholischen Kirche gehört zu den Sakramentalien. Das sind Bitt- und Segensgebete der Kirche, nicht die sieben Sakramente. Der alte Name für diese Riten lautet Exequien. Wer diesen Begriff auf einem Sterbebild oder in einer Todesanzeige liest, findet darunter die gleiche Feier, die heute meist Begräbnisfeier heißt. Die Kirche bittet darin für den Verstorbenen und begleitet die Angehörigen.
Weil die Begräbnisfeier kein Sakrament ist, gelten andere Regeln als bei Taufe oder Ehe. Die Feier ist kein Urteil über ein Leben und keine Prüfung. Sie ist ein Gebet der Kirche für einen Menschen, der getauft wurde. Das kirchliche Begräbnisbuch kennt eigene Formen für Erwachsene, für Kinder und für die Feier im Haus. Der Pfarrer wählt die Form, die zur Situation passt.
Nach den kirchlichen Vorgaben findet die Begräbnisfeier an drei Stationen statt: im Sterbehaus oder in der Aufbahrungshalle, in der Kirche und am Grab. Je nach Umständen fällt eine Station weg. In Deutschland ist die Feier in der Trauerhalle üblich, danach die Totenmesse in der Kirche, danach die Beisetzung auf dem Friedhof. Auf dem Land liegen Friedhof und Kirche oft nah beieinander, in der Stadt fahren alle mit dem Auto.
Die drei Stationen haben verschiedene Aufgaben. In der Trauerhalle nehmen die Angehörigen Abschied vom Sarg, in der Kirche betet die Gemeinde, am Grab wird der Leib der Erde übergeben. Wenn Sie für einen Verstorbenen beten möchten, ohne an einer Beerdigung teilzunehmen, finden Sie das Gebet für die Verstorbenen auch zu Hause. Der Ablauf bleibt an allen drei Orten ruhig und überschaubar.
Ein kirchliches Begräbnis ist für getaufte Katholiken vorgesehen. Wer aus der Kirche ausgetreten ist, bekommt in der Regel kein kirchliches Begräbnis. Die Entscheidung liegt beim Pfarrer, und er kann Ausnahmen zulassen, wenn die Umstände es nahelegen. Fragen Sie im Zweifel direkt im Pfarramt nach, statt selbst zu entscheiden. Ein Anruf klärt mehr als jede Vermutung.
Auch nichtkatholische Christen können im Einzelfall kirchlich bestattet werden. Das klärt der Pfarrer, oft im Gespräch mit der anderen Kirche. Bei Menschen, die sich das Leben genommen haben, betet die Kirche und verzweifelt nicht an ihrem Heil. Für die Krankensalbung vor dem Tod gelten eigene Regeln, die im Beitrag zur Krankensalbung stehen. Sie ist ein Sakrament für Lebende und wird nicht an Verstorbenen gespendet.
Wenn ein Mensch ohne Taufe gestorben ist, ist ein kirchliches Begräbnis normalerweise nicht vorgesehen. Das ist keine Aussage über sein Heil, denn darüber urteilt die Kirche nicht. Sprechen Sie mit dem Pfarrer, wenn Sie unsicher sind. Er kann Ihnen sagen, welche Form der Begleitung in Ihrer Situation möglich ist und wer die Feier leitet.
Wenn die Angehörigen am Sarg oder an der Urne versammelt sind, beginnt die Feier mit einem Gebet. Es steht am Anfang, noch bevor alle zur Kirche fahren. Wer möchte, kann Gebete für die Seele auch zu Hause sprechen, in den Tagen zwischen Tod und Beerdigung. Der Priester oder ein Beauftragter der Gemeinde leitet das Gebet an der Bahre.
Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben.
Johannes 11,25-26 nach der Lutherbibel von 1912 (gemeinfrei). Der Trostwort der Kirche bei einem Begräbnis.[FERTIGER TEXT] Nach diesem Gebet gehen die Angehörigen auseinander oder folgen dem Sarg zum Wagen. Wer nicht mit zur Kirche fährt, kann hier bleiben oder nach Hause gehen. Niemand muss bleiben, und niemand muss gehen. Der Abschied an der Bahre ist der persönlichste Teil der ganzen Feier.
In der Trauerhalle oder in der Aufbahrungshalle stehen die Angehörigen um den Sarg. Der Priester betet, besprengt den Sarg mit Weihwasser und ehrt ihn mit Weihrauch. Weihwasser erinnert an die Taufe, Weihrauch an das Gebet, das zum Himmel steigt. Ein weißes Tuch, das Begräbnistuch, liegt auf dem Sarg und erinnert an das weiße Kleid der Taufe. Diese Zeichen sind alt und schlicht.
Wenn Sie für einen Verstorbenen beten, der noch nicht lange tot ist, kann der Gedanke an das Fegefeuer helfen, die eigene Sorge einzuordnen. Die Kirche betet für die Verstorbenen und bittet um ihre Reinigung und Vollendung. In der Trauerhalle ist dafür wenig Zeit, denn der Weg zur Kirche wartet. Wer möchte, bleibt nach der Feier noch einen Moment am Sarg stehen.
Die Totenmesse heißt Requiem, nach dem alten Eröffnungsruf Requiem aeternam dona eis, Domine. Es ist eine heilige Messe, die für den Verstorbenen gefeiert wird. Der Sarg steht vor dem Altar, oft mit einem Kreuz und einer Kerze. Die Gemeinde sitzt in den Bänken, die Angehörigen in den vorderen Reihen. Wer lange nicht in der Kirche war, findet den Ablauf im Messbuch oder im Liedzettel.
In der Messe tragen die Priester weiße oder violette Gewänder. Weiß steht für die Auferstehung, Violett für die Trauer und die Bitte um Vergebung. Ist keine Messe möglich oder gewünscht, kann eine Begräbnisfeier mit Wortgottesdienst gefeiert werden. Sie hat einen ähnlichen Aufbau, aber ohne die Wandlung. Der Pfarrer oder Diakon hält die Predigt, in der Regel über einen Text aus der Schrift.
Zur Kommunion geht in der katholischen Kirche, wer katholisch, im Stand der Gnade und nüchtern ist. Wer nicht katholisch ist, bleibt sitzen oder tritt mit überkreuzten Armen vor und empfängt einen Segen. Niemand wird abgewiesen oder bloßgestellt. Wenn Sie unsicher sind, bleiben Sie einfach in der Bank. Das ist völlig in Ordnung und fällt niemandem auf.
Nach der Kommunion und dem Schlussgebet folgt der Abschied in der Kirche. Der Priester steht am Sarg, die Gemeinde singt oder spricht den alten Ruf. Dieser Teil heißt Requiem aeternam, die Bitte um die ewige Ruhe. Der Text stammt aus der lateinischen Liturgie und wird seit Jahrhunderten bei Begräbnissen gebetet.
Ewige Ruhe schenke ihnen, o Herr, und das ewige Licht leuchte ihnen. Lass sie ruhen in Frieden. Amen.
Das Requiem aeternam, der alte Bittruf der Totenliturgie, in der deutschen Fassung, die in den Gebetbüchern steht.[FERTIGER TEXT] Danach folgt der Auszug. Wer den Text nicht mitsprechen kann, hört einfach zu. Die Bitte um ewige Ruhe ist kurz, und sie wiederholt sich in den folgenden Tagen noch oft, wenn Sie möchten. In vielen Gemeinden wird sie auch am Grab noch einmal gebetet.
Der Auszug aus der Kirche geschieht mit dem alten Gesang In paradisum. Es ist ein Gebet darum, dass Engel den Verstorbenen ins Paradies geleiten. Der Sarg wird aus der Kirche getragen, die Gemeinde folgt. Draußen wartet der Wagen zum Friedhof, oder der Weg führt zu Fuß über den Kirchhof. Die Glocken läuten oft während des Auszugs.
Zum Paradiese mögen Engel dich geleiten, bei deiner Ankunft mögen die Märtyrer dich empfangen und dich führen in die heilige Stadt Jerusalem.
Der alte Gesang beim Auszug aus der Kirche (In paradisum), deutscher Wortlaut der überlieferten Totenliturgie.[FERTIGER TEXT] Wenn der Sarg aus der Kirchentür getragen wird, ist der lauteste Teil der Feier vorbei. Was folgt, ist ruhiger. Am Grab stehen meist weniger Menschen als in der Kirche, und das ist kein Zeichen von Gleichgültigkeit. Manche verabschieden sich hier, andere fahren mit zum Friedhof.
Am Grab folgen der Grabsegen und die Erdauflegung. Erde fällt auf den Sarg, dazu die Worte, dass der Mensch aus Erde genommen ist und zur Erde zurückkehrt, in der Hoffnung auf die Auferstehung. Der Priester spricht den Segen, die Angehörigen werfen Erde oder Blumen in das offene Grab. Ein Grab wird gesegnet, nicht geweiht. Das ist ein Unterschied, der in der Liturgie genau festgehalten ist.
Die Erdauflegung ist der Moment, in dem viele Angehörige zum ersten Mal weinen. Wer möchte, kann selbst eine Handvoll Erde nehmen. Es gibt keine Reihenfolge und keine Pflicht. Wenn Kinder dabei sind, dürfen sie mitwerfen oder zusehen. Am Ende steht oft ein stilles Gebet, manchmal ein Lied, manchmal nur Stille.
Herr, unser Gott, wir stehen hier mit leeren Händen. Was wir geliebt haben, legen wir in die Erde, und wir wissen nicht, was danach kommt. Halte du, was wir nicht halten können. Sei bei dem, der uns eben noch gegenüber saß, und sei bei uns, wenn wir nach Hause gehen und die Wohnung still ist. Wir lassen los, aber nicht ohne dich. Amen.
Unsere eigene Formulierung für den Abschied am Grab. Kein kirchlich approbierter Text.[FERTIGER TEXT] Nach dem Segen gehen die Angehörigen zum Eingang des Friedhofs. Der Sarg bleibt, die Trauergemeinde zerstreut sich. Viele Gemeinden laden danach zu einem Beisammensein ein, im Gemeindehaus oder in einem Gasthof. Dort wird gegessen, getrunken und erzählt, und das ist ein Teil des Abschieds.
Sie können die Lesung auswählen, ein Lied vorschlagen und den Priester um Fürbitten bitten. Sie können ein Foto aufstellen, eine Kerze mitbringen oder eine Blume in den Sarg legen. Diese Dinge gehören nicht zur Liturgie, aber sie sind erlaubt und oft tröstlich. Sprechen Sie alles vorher mit dem Pfarrer ab, damit es am Tag selbst keine Verwirrung gibt.
Wenn Sie möchten, können Sie auch selbst sprechen. Eine Grabrede, also ein persönliches Wort zum Lebensweg, ist möglich, gehört aber nicht zur Liturgie. Wer sprechen möchte, klärt das vorher mit dem Pfarrer. Auch ein Gebet, das Sie selbst geschrieben haben, kann an einer passenden Stelle gesprochen werden. Wenn Sie in diesen Tagen nicht beten können, finden Sie ein Gebet um Trost vielleicht hilfreich.
Für die Feier selbst brauchen Sie nichts mitzubringen außer sich. Die Kirche stellt Messdiener, Lektoren und oft auch einen Organisten. Wenn Sie einen Sänger oder Musiker engagieren möchten, sprechen Sie mit dem Pfarramt, bevor Sie jemanden buchen. Die Gemeinde ist nicht Ihre Bühne, aber sie ist auch nicht fremd.
Feuerbestattung ist Katholiken erlaubt. Seit 1963 ist das Verbot der Feuerbestattung in der katholischen Kirche gefallen. Die Asche muss aber in einem Grab oder in einer Urnenwand auf dem Friedhof beigesetzt werden. Sie darf nicht verstreut, nicht aufgeteilt und nicht in der Wohnung aufbewahrt werden. Diese Regeln sind eindeutig, und der Pfarrer wird sie Ihnen bestätigen.
Die Urne wird also beigesetzt, nicht aufbewahrt. Manche Friedhöfe haben eigene Urnengräber, andere erlauben die Beisetzung im Familiengrab. Fragen Sie bei der Friedhofsverwaltung nach, was bei Ihnen möglich ist. Wenn Sie sich unsicher sind, ob eine Bestattungsform kirchlich zulässig ist, fragen Sie vor der Beauftragung des Bestattungsunternehmens nach.
Die Kirche gedenkt der Verstorbenen am Allerseelen, dem 2. November, und im Monat November besonders. An diesen Tagen werden die Gräber gesegnet und mit Kerzen geschmückt. Wenn Sie für einen Verstorbenen beten möchten, finden Sie die Allerseelen-Gebete auch zum Mitnehmen an das Grab. Ein Grab bleibt über Jahre ein Ort, an den Sie zurückkehren können.
Für die Begräbnisriten darf kein Entgelt verlangt werden. Üblich ist ein freiwilliges Opfer für die Kirche und den Priester. Wie viel Sie geben, entscheiden Sie. Wenn Sie wenig haben, geben Sie wenig, und niemand wird Sie darauf ansprechen. Die Kosten des Bestattungsunternehmens, des Friedhofs und der Grabstelle sind etwas anderes und haben mit der Kirche nichts zu tun.
Für eine Messintention gibt es ein kirchlich festgelegtes Stipendium. Die Höhe setzt das Bistum, sie ist keine Gebühr und kein Preis für die Beerdigung. Wenn Sie eine Messe für einen Verstorbenen anfragen möchten, können Sie das im Pfarramt tun. Die Messe kann am Begräbnistag oder an einem späteren Tag gefeiert werden. Fragen Sie nach, welche Termine möglich sind.
Nein. Die Totenmesse, das Requiem, ist die übliche Form, aber sie ist nicht die einzige. Ist keine Messe möglich oder gewünscht, kann eine Begräbnisfeier mit Wortgottesdienst gefeiert werden. Sie hat einen ähnlichen Aufbau, aber ohne die Wandlung. Der Pfarrer entscheidet mit Ihnen, welche Form zu Ihrer Situation passt.
Die Länge hängt davon ab, welche Form gewählt wird. Die Feier in der Trauerhalle ist der kürzeste Teil, die Totenmesse in der Kirche der längste, weil Predigt, Fürbitten und Kommunion dazukommen. Am Grab sind die Angehörigen meist am kürzesten zusammen. Fragen Sie im Pfarramt nach einer realistischen Zeitangabe für Ihre Gemeinde, damit Sie mit Gästen und Angehörigen planen können.
Nein. Zur Kommunion geht in der katholischen Kirche, wer katholisch, im Stand der Gnade und nüchtern ist. Wer nicht katholisch ist, bleibt sitzen oder tritt mit überkreuzten Armen vor und empfängt einen Segen. Niemand wird abgewiesen oder bloßgestellt. Wenn Sie unsicher sind, bleiben Sie einfach in der Bank.
Ja. Seit 1963 ist das Verbot der Feuerbestattung in der katholischen Kirche gefallen. Die Asche muss aber in einem Grab oder in einer Urnenwand auf dem Friedhof beigesetzt werden. Sie darf nicht verstreut, nicht aufgeteilt und nicht in der Wohnung aufbewahrt werden. Diese Regeln gelten unabhängig davon, ob eine Messe gefeiert wurde.
In der Regel nicht. Wer aus der Kirche ausgetreten ist, bekommt normalerweise kein kirchliches Begräbnis. Die Entscheidung liegt beim Pfarrer, und er kann Ausnahmen zulassen, wenn die Umstände es nahelegen. Fragen Sie im Zweifel direkt im Pfarramt nach, statt selbst zu entscheiden. Ein Anruf klärt mehr als jede Vermutung.
Bei Menschen, die sich das Leben genommen haben, betet die Kirche und verzweifelt nicht an ihrem Heil. Ein kirchliches Begräbnis ist möglich, und der Pfarrer wird mit den Angehörigen sprechen. Die Kirche urteilt nicht über den Verstorbenen. Sprechen Sie offen mit dem Pfarrer über das, was geschehen ist, damit die Feier Ihrer Situation gerecht wird.
Für die Begräbnisriten darf kein Entgelt verlangt werden. Üblich ist ein freiwilliges Opfer für die Kirche und den Priester. Für eine Messintention gibt es ein kirchlich festgelegtes Stipendium, dessen Höhe das Bistum setzt. Die Kosten des Bestattungsunternehmens, des Friedhofs und der Grabstelle sind etwas anderes und kommen zur kirchlichen Feier hinzu.
Ja. Eine Grabrede, also ein persönliches Wort zum Lebensweg, ist möglich, gehört aber nicht zur Liturgie. Wer sprechen möchte, klärt das vorher mit dem Pfarrer. Oft ist dafür ein Platz nach der Predigt oder am Grab vorgesehen. Auch ein selbst geschriebenes Gebet kann an einer passenden Stelle gesprochen werden.
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