Der Kreuzweg, auch bekannt als der Weg des Kreuzes oder Via Crucis, folgt den letzten Stunden des irdischen Lebens Jesu — von der Verurteilung bis zum Grab. Diese alte Andacht hat ihren Ursprung in Jerusalem, wo Pilger den tatsächlichen Weg nach Golgota gingen.
Pontius Pilatus, obwohl er keine Schuld an Jesus findet, gibt dem Volk nach. Der Unschuldige wird verurteilt. Wir erkennen, dass unsere Sünden Christus zu diesem Urteilsspruch geführt haben.
Das schwere Kreuz wird auf die verwundeten Schultern unseres Herrn gelegt. Er nimmt es aus Liebe zu uns freiwillig an. „Er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt“ (Jesaja 53,5).
Geschwächt durch die Geißelung, strauchelt Jesus unter dem Kreuz. Er fällt, aber er steht wieder auf. In unseren eigenen Fehltritten lasst uns nicht verzweifeln, sondern uns der Barmherzigkeit Gottes zuwenden.
Ein Schwert des Schmerzes durchdringt Marias Herz, als sie ihren Sohn erblickt, der das Werkzeug unserer Erlösung trägt.
Die Soldaten zwingen Simon, das Kreuz zu tragen. Auch wir sind gerufen, die Kreuze anderer mittragen zu helfen. „Einer trage des anderen Last“ (Galater 6,2).
Eine mutige Frau wischt unserem Herrn das Gesicht. Christus hinterlässt sein heiliges Antlitz auf ihrem Tuch. Wir bitten um den Mut, Christus in den Leidenden zu dienen.
Die Last unserer Sünden drückt ihn erneut nieder. Jesus fällt, aber er steht wieder auf. Die Gnade der Beharrlichkeit ist uns gewiss, wenn wir darum bitten.
Jesus spricht: „Ihr Töchter Jerusalems, weint nicht über mich; weint über euch und eure Kinder“ (Lukas 23,28).
Über alle Maßen erschöpft, fällt Jesus ein drittes Mal. Seine Kraft ist dahin, aber seine Liebe bleibt.
Die Soldaten reißen ihm die Kleider vom Leib. Er, der die Lilien des Feldes kleidet, wird für unser Heil entblößt.
Die Hammerschläge hallen wider. Er betet: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Lukas 23,34).
Zur neunten Stunde ruft Jesus aus: „Es ist vollbracht“ (Johannes 19,30). Er neigt sein Haupt und gibt seinen Geist auf.
Josef von Arimathäa und Nikodemus legen den heiligen Leib in die Arme seiner Mutter.
Der Leib wird in Leinentücher gewickelt und in ein neues Grab gelegt. Ein Stein wird vorgerollt. Doch wir wissen — das Grab wird ihn nicht halten.
Jede Station beginnt: „Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich, denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst.“ Viele Kirchen beten den Kreuzweg jeden Freitag in der Fastenzeit.
Vertiefe deine Hingabe an das Leiden Christi durch die Teilnahme an der täglichen heiligen Messe.
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