Heilige für hoffnungslose Fälle: 5 Schutzheilige, wenn alles aussichtslos scheint

Heiliger 1: Judas Thaddäus – Der Nothelfer in aussichtslosen Lagen

Der heilige Judas Thaddäus, einer der zwölf Apostel, ist wohl der bekannteste Schutzheilige für hoffnungslose Fälle. Millionen von Gläubigen wenden sich in verzweifelten Situationen an ihn – bei Krankheiten, die Ärzte aufgegeben haben, bei zerrütteten Familienverhältnissen, bei ausweglosen finanziellen Nöten oder bei tiefer Verzweiflung. Sein Name ist geradezu ein Synonym für die Fürbitte in unmöglichen Anliegen.

Warum gerade Judas Thaddäus? Im Johannesevangelium (Joh 14,22–23) ist es Judas Thaddäus, der Jesus beim letzten Abendmahl fragt: „Herr, warum willst du dich nur uns offenbaren und nicht der Welt?" Jesus antwortet ihm: „Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen." Diese Antwort des Herrn zeigt: Judas Thaddäus ist der Apostel der vertrauten, innigen Beziehung zu Jesus – und genau diese Beziehung brauchen wir in hoffnungslosen Situationen am meisten.

Der heilige Judas Thaddäus wird oft mit einer Keule oder einem Schwert dargestellt (seinem Martyrium) und mit einem Medaillon, das das Antlitz Christi zeigt. Sein Festtag ist der 28. Oktober. Ein kraftvolles Gebet zum heiligen Judas Thaddäus lautet: „Heiliger Judas Thaddäus, getreuer Apostel und Märtyrer, großer Fürsprecher in aussichtslosen Lagen, ich wende mich in meiner Verzweiflung an dich. Bitte lege meine Bitte vor den Thron des barmherzigen Gottes. Hilf mir in dieser schweren Stunde. Amen." Viele beten neun Tage lang eine Novene zu ihm.

Heiliger 2: Die heilige Rita von Cascia – Schutzpatronin der unmöglichen Anliegen

Die heilige Rita von Cascia (1381–1457) ist eine der beliebtesten Heiligen der katholischen Kirche und wird weltweit als „Heilige der unmöglichen Anliegen" verehrt. Ihr Leben selbst war eine Geschichte der Hoffnung in aussichtslosen Situationen. Rita wurde in Roccaporena, Italien, geboren und wünschte sich schon als Kind, Nonne zu werden. Doch ihre Eltern verheirateten sie gegen ihren Willen mit einem gewalttätigen Mann.

Ritas Ehemann war jähzornig und grausam. Dennoch ertrug Rita die Misshandlungen 18 Jahre lang mit Geduld und Gebet. Sie betete unablässig für die Bekehrung ihres Mannes – und tatsächlich geschah das Unmögliche: Ihr Mann bereute kurz vor seinem Tod und starb versöhnt mit Gott. Kurz darauf wurden Ritas beide Söhne Opfer einer Blutfehde. Rita verzieh den Mördern und trat nach langem Kampf in das Augustinerkloster in Cascia ein.

Die heilige Rita ist die Schutzpatronin der Ehefrauen, der misshandelten Menschen, der verzweifelten Situationen und der unmöglichen Anliegen. Ihr Festtag ist der 22. Mai. Tausende von Zeugnissen berichten von Wundern und Erhörungen durch ihre Fürsprache. Eine bekannte Novene zur heiligen Rita von Cascia wird an fünf aufeinanderfolgenden Dienstagen gebetet. Das Rosenkranzgebet „Rosenkranz der heiligen Rita" ist ebenfalls sehr verbreitet. Ihr Leitspruch war: „Mit Gott ist nichts unmöglich" (Lk 1,37).

Heiliger 3: Der heilige Franz von Sales – Der Schutzpatron der Hoffnungslosen

Der heilige Franz von Sales (1567–1622) war Bischof von Genf, Kirchenlehrer und Gründer des Ordens der Heimsuchung Mariens. Er wird oft als „Heiliger der Sanftmut" bezeichnet, aber er ist auch ein mächtiger Fürsprecher für Menschen, die mit Hoffnungslosigkeit, Angst und Verzweiflung kämpfen. Sein eigenes Leben war von einer tiefen Glaubenskrise geprägt, aus der er durch die Hingabe an Gott gestärkt hervorging.

Als junger Theologiestudent durchlebte Franz eine schwere Glaubenskrise. Er wurde von der Angst gepeinigt, zur Verdammnis vorherbestimmt zu sein. Diese Verzweiflung war so quälend, dass er körperlich krank wurde. Schließlich legte er sich in der Kirche der heiligen Maria vor dem Altar nieder und betete: „Herr, wenn ich dich dennoch nicht lieben darf im Himmel, so will ich dich wenigstens auf Erden lieben, und will hier auf ewig hoffen auf deine Barmherzigkeit." Nach diesem Gebet wich die Verzweiflung von ihm, und er fand den inneren Frieden.

Der heilige Franz von Sales ist der Schutzpatron der Schriftsteller, der Journalisten und der Gehörlosen. Er ist aber auch der ideale Fürsprecher für Menschen in Glaubenskrisen, in depressiven Phasen und in emotionaler Verzweiflung. Seine Schriften – vor allem „Philothea – Anleitung zum frommen Leben" – sind voller Weisheit und Trost. Er lehrte: „Verzage nicht! Nur ein einziges Leben haben wir, und das ist vergänglich. Wenn wir es mit Liebe leben, ist es schon unvergänglich." Mit diesem Vertrauen wenden wir uns an ihn in hoffnungslosen Zeiten.

Heiliger 4: Der heilige Padre Pio – Der Wundertäter aus Pietrelcina

Der heilige Padre Pio (1887–1968), auch bekannt als Pater Pio von Pietrelcina, ist einer der am meisten verehrten Heiligen des 20. Jahrhunderts. Er trug die Wundmale Christi (Stigmata) 50 Jahre lang an seinem Körper und war bekannt für seine außergewöhnlichen geistlichen Gaben: Bilokation, Prophetie, Herzensschau und die Fähigkeit, Krankheiten zu heilen. Millionen von Menschen suchten ihn auf, und unzählige Wunder werden auf seine Fürsprache zurückgeführt.

Padre Pio sagte oft: „Betet, hofft und sorgt euch nicht!" – ein Satz, der unzählige Menschen in hoffnungslosen Situationen getröstet hat. Er selbst litt unter schweren Anfechtungen des Teufels und unter körperlichen Schmerzen durch die Stigmata. Dennoch blieb er dem Gebet treu und sagte die heilige Messe mit solcher Inbrunst, dass viele Gläubige durch seine Messfeier bekehrt wurden. Er gründete das Krankenhaus „Casa Sollievo della Sofferenza" (Haus der Linderung der Leiden), das heute eines der modernsten Krankenhäuser Italiens ist.

Der heilige Padre Pio ist der Schutzpatron der Jugendlichen, der Kranken und derer, die seelisch oder körperlich leiden. Sein Festtag ist der 23. September. Ein Gebet zu Padre Pio in einer hoffnungslosen Situation: „Heiliger Padre Pio, du hast so viele Wunder gewirkt und so vielen Menschen in ihrer Verzweiflung geholfen. Bitte lege meine Not vor den Thron Gottes. Hilf mir, die Hoffnung nicht zu verlieren. Amen." Das Rosenkranzgebet zur Fürsprache Padre Pios ist ebenfalls kraftvoll und wird von vielen Gläubigen täglich gebetet.

Heiliger 5: Der heilige Josef – Der Schutzpatron der Familien und Verzweifelten

Der heilige Josef, der Ziehvater Jesu und Bräutigam Mariens, wird oft als der „Schutzpatron der Verzweifelten" bezeichnet. Papst Leo XIII. hat in seiner Enzyklika „Quamquam Pluries" (1889) die besondere Stellung Josefs als Fürsprecher in Notlagen hervorgehoben. Josef selbst erlebte in seinem Leben mehrfach Situationen, die hoffnungslos erschienen: die Schwangerschaft Marias vor der Hochzeit, die Flucht nach Ägypten, die Suche nach dem zwölfjährigen Jesus im Tempel.

In jeder dieser Situationen vertraute Josef auf Gott. Als er erfuhr, dass Maria schwanger war, wollte er sie heimlich verlassen – aber ein Engel Gottes wies ihn im Traum an, Maria zu sich zu nehmen (Mt 1,20–21). Josef gehorchte ohne Zögern. Als der Kindermord des Herodes drohte, floh Josef mit Frau und Kind nach Ägypten – wieder vertraute er der göttlichen Führung. Josef ist der Mann des stillen, unbeirrbaren Vertrauens in Gottes Vorsehung.

Der heilige Josef ist der Schutzpatron der Arbeiter, der Familien, der Sterbenden und – ganz besonders – der Verzweifelten und der hoffnungslosen Fälle. Sein Festtag ist der 19. März (Josefstag) und der 1. Mai (Josef der Arbeiter). Papst Franziskus hat 2021 ein „Jahr des heiligen Josef" ausgerufen und in seinem Apostolischen Schreiben „Patris Corde" (Mit väterlichem Herzen) die Bedeutung Josefs für unsere Zeit unterstrichen. Ein Gebet zum heiligen Josef: „Heiliger Josef, du hast auf Gott vertraut, als alles hoffnungslos schien. Bitte führe mich in meiner Not und hilf mir, Gottes Willen zu erkennen und zu vertrauen. Amen."

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