Eine Messe für die Gesundheit lesen lassen

Jemand liegt im Krankenhaus, wartet auf eine Operation, oder die Ärzte sagen, es brauche noch Zeit. Sie möchten, dass in der Kirche für diesen Menschen gebetet wird, und wissen nicht recht, wie man das anstellt. Das ist keine fromme Extravaganz. In jeder katholischen Pfarrei ist es ganz normal, eine heilige Messe für die Gesundheit eines lebenden Menschen zu bestellen. Sie müssen dafür nichts Besonderes können und auch nicht besonders fromm sein.

Was Sie brauchen, ist wenig: ein Vorname, ein Anliegen, ein Terminwunsch und ein Weg ins Pfarrbüro. Der Rest ist Sache der Pfarrei.

Was eine Messintention eigentlich ist

Wenn eine Messe für jemanden gelesen wird, nennt man das eine Messintention. Der Priester feiert die Messe, wie er sie immer feiert, und betet dabei ausdrücklich für das Anliegen, das Sie genannt haben. Das kann Gesundheit sein, eine bevorstehende Operation, die Erholung nach einer Krankheit, ein guter Verlauf einer Behandlung. Auch Dank gehört dazu, wenn jemand wieder gesund geworden ist.

Die Kirche kennt das seit Jahrhunderten. Eine Messe für einen Kranken ist keine Beschwörung und kein Ersatz für den Arzt. Sie ist ein Gebet der Gemeinschaft. Der Katechismus sagt, die Eucharistie sei das gemeinsame Werk der ganzen Kirche, und deshalb könne man sie für Lebende und Verstorbene feiern, für die Gesundheit und für das Heil. Mehr wird nicht versprochen, und weniger auch nicht.

Für Sie heißt das: Sie bitten nicht um ein Wunder, sondern darum, dass jemand mit Ihnen betet. Der Priester tut das in Ihrer Gegenwart und in der der Gemeinde, und das ist oft schon das, was Menschen in diesen Wochen Halt gibt.

Was Sie im Pfarrbüro sagen

Gehen Sie ins Pfarrbüro oder, wenn es schneller gehen muss, in die Sakristei nach der Werktagsmesse. Beides ist in Deutschland der normale Weg. Sie können auch anrufen oder eine E-Mail schreiben, das machen viele Pfarreien inzwischen gern. Sagen Sie einfach: Ich möchte eine Messe lesen lassen für die Gesundheit von jemandem, und dann den Vornamen.

Die Pfarrei braucht den Vornamen der Person, nicht den Nachnamen. Sie braucht von Ihnen das Anliegen in einem Satz, also etwa für die Gesundheit, für eine gute Operation am Dienstag, für die Erholung nach der Chemotherapie. Dazu kommen Ihr eigener Name und Ihre Telefonnummer, damit man Sie erreicht, falls der Termin nicht klappt. Und wenn Sie einen Wunschtag haben, sagen Sie ihn. Viele Pfarreien tragen die Intentionen ohnehin an bestimmten Tagen ein, oft am Mittwoch oder am Sonntag.

Mehr wird nicht verlangt. Kein Formular, kein Attest, keine Erklärung, warum Sie nicht selbst kommen. Wenn Sie selbst krank sind oder weit weg wohnen, sagen Sie das; dann läuft alles über Telefon oder Mail.

Das Messstipendium und was es bedeutet

Fast überall wird nach einer Spende gefragt, dem sogenannten Messstipendium. In deutschen Pfarreien liegt es meist zwischen fünf und zehn Euro, mancherorts ist es freiwillig und manche Pfarrei sagt ausdrücklich, es solle niemand wegen des Geldes fernbleiben. Fragen Sie ruhig nach, wenn Sie unsicher sind. Das Pfarrbüro sagt Ihnen den üblichen Betrag, ohne Sie in Verlegenheit zu bringen.

Das Stipendium kauft keine Gnade, und es kauft auch keine bessere Messe. Es hat einen sehr irdischen Hintergrund: Der Priester lebt von der Gemeinde, und das Stipendium hilft mit, seinen Lebensunterhalt zu tragen. Wer es nicht zahlen kann, sagt das, und die Messe wird trotzdem gelesen. Das ist keine Ausnahme, sondern der Sinn der Sache.

Wenn Sie es sich leisten können, geben Sie es. Wenn nicht, geben Sie, was geht, oder sprechen Sie offen darüber. Niemand wird Sie deshalb schief ansehen, und das Anliegen bleibt dasselbe.

Wie die Intention angekündigt wird

In Deutschland wird die Messintention im Pfarrbrief angekündigt, meist in der Woche vor dem Termin. Dort steht dann in etwa: Mittwoch, 18.30 Uhr, heilige Messe, für die Gesundheit von Anna. Nur der Vorname, oft mit dem Zusatz für die Gesundheit. Das reicht, damit die Gemeinde mitbeten kann, und es schützt die Privatsphäre der Familie.

Manchmal wird die Intention auch in der Messe selbst vom Altar aus genannt, gleich zu Beginn oder in den Fürbitten. Das ist von Pfarrei zu Pfarrei verschieden. Wenn Sie das nicht möchten, sagen Sie es im Pfarrbüro; dann wird die Intention still gehalten, und die Messe wird trotzdem für das Anliegen gefeiert.

Sie selbst müssen nicht dabei sein. Sie können zur Messe gehen, wenn es Ihnen hilft, und Sie können genauso gut zu Hause bleiben und zur gleichen Stunde beten. Die Messe wird nicht weniger gültig, weil niemand aus der Familie in der Bank sitzt.

Wenn die Person nicht katholisch ist

Das kommt oft vor, und die Antwort ist klar: Die Messe kann trotzdem für diese Person bestellt werden. Sie wird dann als Bitte gefeiert, als Gebet für einen Menschen, der einer anderen Kirche oder gar keiner Religion angehört. Die Kirche betet für alle, und sie tut das nicht nur für ihre eigenen Mitglieder.

Was nicht geht, ist eine Messe, in der jemand offiziell als katholischer Christ eingetragen oder gar kommunionspendend beteiligt wird, wenn er es nicht ist. Das ist kein Akt der Ausgrenzung, sondern eine Frage der Ehrlichkeit. Der Priester wird das Anliegen trotzdem in sein Gebet aufnehmen.

Sagen Sie einfach im Pfarrbüro, dass die Person evangelisch, orthodox oder konfessionslos ist. Das ist keine peinliche Information, sondern eine, die man dort ständig hört. Für das Anliegen ändert sich nichts.

Von weitem und online

Sie wohnen nicht am Ort, oder Sie können das Pfarrbüro nicht persönlich aufsuchen. Schreiben Sie eine E-Mail an die Pfarrei am Wohnort der kranken Person, oder rufen Sie an. Viele Pfarreien haben auf ihrer Internetseite ein Formular für Messintentionen, andere nehmen es telefonisch auf. Sagen Sie Vorname, Anliegen, Ihren Kontakt und den Wunschtag, und fragen Sie, wie das Stipendium überwiesen werden soll.

Es gibt auch überregionale Stellen, etwa Klöster und Wallfahrtsorte, die Messintentionen per Post oder Internet annehmen. Das ist ein legitimer Weg, wenn die eigene Pfarrei zu weit weg ist oder es schnell gehen soll. Auch dort gilt: Vorname, Anliegen, Kontakt, Terminwunsch.

Wenn die Messe gefeiert wurde, bekommen Sie oft eine kurze Nachricht oder Sie sehen es im Pfarrbrief. Sie müssen nicht nachfragen, dürfen es aber.

Was Sie der Person danach sagen

Sagen Sie es schlicht. Ich habe eine Messe für dich lesen lassen, am Mittwoch um halb sieben, für deine Gesundheit. Mehr braucht es nicht. Sie müssen nicht erklären, warum Sie das getan haben, und Sie müssen nicht versprechen, dass es hilft. Der Satz allein sagt schon, dass jemand an sie gedacht hat.

Wenn die Person nicht religiös ist, können Sie es trotzdem sagen, und zwar genauso. Viele Menschen, die mit Kirche nichts anfangen, nehmen das als Zeichen der Verbundenheit an. Und wenn jemand nicht darüber reden will, lassen Sie es stehen. Sie haben das Ihre getan, und das bleibt.

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Häufige Fragen

Kann ich eine Messe für einen lebenden Menschen lesen lassen?

Ja. Das ist eine ganz normale Messintention. Sie können sie für Gesundheit, für eine bevorstehende Operation, für die Erholung nach einer Krankheit oder als Dank bestellen. Sie nennen im Pfarrbüro den Vornamen und das Anliegen, mehr ist nicht nötig.

Muss die kranke Person bei der Messe dabei sein?

Nein. Die Messe wird für das Anliegen gefeiert, auch wenn niemand aus der Familie in der Kirche sitzt. Sie können hingehen, müssen es aber nicht. Wenn Sie möchten, beten Sie zur gleichen Zeit zu Hause.

Was kostet eine Messintention?

In Deutschland wird in der Regel eine Spende erbeten, das Messstipendium. Es liegt meist zwischen fünf und zehn Euro, oft ist es freiwillig. Wer es nicht zahlen kann, sagt das im Pfarrbüro, und die Messe wird trotzdem gelesen. Das Geld kauft keine Gnade.

Kann ich eine Messe für einen nicht katholischen Menschen bestellen?

Ja. Die Messe kann als Bitte für einen Menschen gefeiert werden, der einer anderen Kirche angehört oder konfessionslos ist. Sagen Sie im Pfarrbüro einfach, wie es ist. Für das Anliegen ändert sich dadurch nichts.

Wie erfahre ich, wann die Messe ist?

Die Messintention wird meist im Pfarrbrief der Woche angekündigt, mit Vorname und Anliegen. Manchmal wird sie auch in der Messe selbst genannt. Wenn Sie es nicht öffentlich wünschen, sagen Sie das im Pfarrbüro, dann wird die Intention still gehalten.

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